Eutin und Umgebung

Eutin, sein Flair, seine Stadtgeschichte

Schloss Eutin

Eutin, seit 1970 Kreisstadt des neuen Landkreises Ostholstein, präsentiert sich Besuchern mit einer pittoresken, lebendigen Altstadt, die insbesondere die kulturell interessante Stadtgeschichte widerspiegelt. Am besten, man erlebt und nachvollzieht sie auf einem der vielen, angebotenen Stadtspaziergänge. Oder man genießt die romantische Lage und das wunderschöne Panorama dieser Stadt während einer Bootsrundfahrt auf dem Eutiner See.

Die “Rosenstadt Eutin”, wie sie sich auch nennt, ist eine kleine, beschaulich-sanfte Perle im rauhen Schleswig-Holstein und deshalb nicht nur bei Ostsee-Touristen und Kulturgästen besonders beliebt, sondern neuerdings auch als gepflegter Lebensstil-Wohnort im Norden begehrt.

Und für zahlreiche Ausflugsziele in die Holsteinische Schweiz ist Eutin ein idealer, zentraler Standort. Natürlich erwartet auch die Literaturinteressierten in der Festspielstadt Eutin eine Besonderheit:Die Eutiner Landesbibliothek. Sie gehört mit ihren reichen Bücherschätzen zu den bedeutenden alten Bibliotheken in Norddeutschland und besitzt vor allem die Literatur des 18. Jahrhunderts in ungewöhnlicher Breite.

Aber auch Renaissance- und Barockliteratur sind gut vertreten. Sammlungsschwerpunkte sind historische Reiseberichte, Belletristik des 18. Jahrhunderts und frühen 19. Jahrhunderts, politische Literatur der Aufklärungszeit, Literatur über Russland im 18. Jahrhundert, Almanache und Kalender, historische und literarische Zeitschriften, Literatur aus dem Umkreis des Eutiner Dichters und Übersetzers Johann Heinrich Voß sowie regionalgeschichtliche Literatur über Eutin und das ehemalige Fürstbistum Lübeck.

Eutiner See

Landschaft

Der besondere Reiz der Region rund um Eutin liegt in der ursprünglichen, oft sanft-hügeligen Landschaft. Hier sind Ausflugs-Ziele noch individuelle Entdeckungen und keine überbordenen, touristischen Rummelplätze. Die Landschaft, die Seen, die historischen kleinen Städte und die Güter bieten Erholung, Kultur und Inspiration.

Die Begrifflichkeit der “Holsteinischen Schweiz” ist absolut nachvollziehbar, wenn man den gediegenen, unaufgeregten Linien der hier gegebenen Natur folgt. Darüber hinaus gibt es jede Menge schöne Rad- und Wanderwege, Einkehrmöglichkeiten und Ursprüngliches, Entdeckenswertes, geprägt von vielen Seen und Wasserläufen.

Der Fluss Schwentine bildet dabei ein verbindendes Glied für Wasserwanderwege bis hin nach Kiel.

Schifffahrten auf den zahlreichen Seen, Kutschfahrten zum Beispiel zur 500 Jahre alten Bräutigamseiche, die bis heute als “Kontaktbörse” dient und Reiten in der Natur sind nur einige Beispiele der vielen Aktiv-Möglichkeiten für Besucher der Holsteinischen Schweiz.

www.holsteinischeschweiz.de

Eutiner Geschichte

Der Name Eutin (ursprünglich Utin) ist slawischer Herkunft. Seine Bedeutung ist nicht ganz sicher, wahrscheinlich ist er von dem Personennamen “Uta” abgeleitet. Die slawischen Obotriten besiedelten seit dem 7./8. Jahrhundert n. Chr. das östliche Holstein und errichteten auf der Fasaneninsel im Großen Eutiner See eine Burg.

Im Zuge der deutschen Ostsiedlung wanderten seit dem 12. Jahrhundert niederdeutsche und holländische Siedler zu. In und um Eutin siedelten sich Holländerfamilien an. 1156 wurde Eutin Marktort und Residenz der (Fürst)bischöfe von Lübeck, die Stadtrechte erhielt es im Jahre 1257. Nach der Aufhebung des Fürstbistums im Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde Eutin mit dem Stiftsgebiet als Fürstentum Lübeck Teil des Großherzogtums Oldenburg. 1937 kam dieser Landesteil durch das Groß-Hamburg-Gesetzals Landkreis Eutin an Preußen, nach dem Zweiten Weltkrieg an Schleswig-Holstein.Johann Gottfried Herder kam 1770 und begleitete den Eutiner Erbprinzen Peter Friedrich Wilhelm als Reiseprediger. Zwischen 1776 und 1829 erlebte Eutin eine kulturelle Blüte.

Der Sturm-und-Drang-Lyriker Friedrich Leopold zu Stolberg, der Dichter und Homer-Übersetzer Johann Heinrich Voß, der Dramatiker Heinrich Wilhelm von Gerstenberg, der Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi und andere weithin bekannte Schriftsteller lebten hier und bildeten den Eutiner Kreis. Matthias Claudius, Friedrich Gottlieb Klopstock, Wilhelm von Humboldt sowie andere bedeutende Persönlichkeiten kamen nach Eutin und suchten den Gedankenaustausch mit ihnen.

Der weltberühmte romantische Komponist Carl Maria von Weber wurde 1786 hier geboren. Der Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein lebte und wirkte seit 1808 bis zu seinem Tode 1829 in der Stadt. Dies trug Eutin die EhrenbezeichnungWeimar des Nordens ein.